Was zunächst nicht sonderlich bemerkenswert, sondern eher nach der wünschenswerten Regel klingt, ist in diesem Fall durchaus eine rechtliche Handhabe für Fälle, in denen der Autobesitzer mehr als fahrlässig war: Das OLG Saarbrücken hat gestern entschieden, dass unter bestimmten Umständen auch dann eine Kaskoversicherung für einen Autodiebstahl oder eine Beschädigung durch Fremdeinwirkung zu haften hat, wenn das Auto nicht korrekt abgeschlossen war. Ursache des Rechtsstreits war, dass ein Ehepaar im Saarland die Eltern eines Partners nurz kurz zu begrüßen, weswegen sie weder das Lenkradschloss einrasten ließen, noch die Wagentüren ordnungsgemäß verschlossen. Als die beiden nach wenigen Minuten die Fahrt fortsetzen wollten, mussten sie entdecken, dass der Wagen durch das Gefälle losgerollt und durch die Kollision mit einem Baum sowie einer Mauer beträchtlichen Schaden genommen hatte. Jemand hatte sich in der Zwischenzeit zum Auto geschlichen und die Handbremse gelöst; diese war nach Aussage des Paares nämlich festgestellt. Die Versicherung verweigerte dementsprechend die Zahlung wegen grober Fahrlässigkeit; das Gericht sah jedoch keinen Anlass zu diesem Vorwurf: Die kurze Dauer, die Nähe zum Elternhaus und die Umgebung des kleinen Dorfes ließen keine Diebstahlgefahr vermuten. Dennoch ist es ratsam, auch bei kurzen Stopps das Auto immer komplett zu verschließen.

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