Wer sich unterwegs schnell Bargeld am Geldautomaten holt und dabei nicht genau darauf achtet zu welchem Verbund dieser gehört tappt leicht in die Gebührenfalle. Mittlerweile erheben manche Banken sogar bis zu 10 Euro Gebühr für Fremdkunden, im Durchschnitt ist das Abheben im letzten Jahr fast 13% teurer geworden. Besonders Kunden von Direktbanken sind von dieser Preiserhöhung betroffen.
Weil die Gebührensätze oft davon abhängig sind zu welcher Bankengruppe der abhebende Kunde gehört, wird es immer schwieriger sich in dem Gebührendschungel zurechtzufinden. Grund genug für Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentrale den Banken für ihr Geschäftsgebaren Konsequenzen anzudrohen.
Ursache der Gebührenspirale ist eigentlich eine Auseinandersetzung zwischen den Direktbanken und den Filialbanken. Da die Direkt- und Internetbanken kaum über eigene Filialen verfügen – die gesparten Kosten ermöglichen ihnen Geldanlagen zu besonders günstigen Konditionen anzubieten – können sie eine flächendeckende Bargeldversorgung ihrer Kunden nur über die Automaten der Filialbanken leisten, die ein kostenintensives Filialnetz mit Bankautomaten aufgebaut haben und unterhalten. Diese versuchen also den so entstandenen Wettbewerbsvorteil durch die hohen Gebühren auszugleichen und das Trittbrettfahren der Direktbanken zu erschweren.
Innerhalb des eigenen Verbundes bleibt das Abheben von Bargeld immerhin kostenlos. Es gibt insgesamt vier Bankengruppen, zu denen sich die verschiedenen Institute zusammengeschlossen haben. Den größten Pool bilden die Sparkassen, gefolgt von den Genossenschaftsbanken. Die dritte Gruppe besteht aus den großen Privatbanken. Die Direktbanken und kleinen Privatbanken bilden die kleinste Gruppe. Kunden sollten sich also genau informieren welchem Verbund ihre Bank angehört und welche Partnerbanken sie kostenfrei anlaufen können.